Fraktionssprecher der FDP im bayerischen Landtag für Umwelt und Energie referierte in Pfaffenhofen über die politische Arbeit der FDP im bayerischen Landtag. Ich bringe meine politischen Ansichten aus dem Blickwinkel der jüngeren Generation in die Landtagsarbeit ein, so Thalhammer. Als jüngster Abgeordneter sieht er sich aber auch in der Rolle die jüngeren Bürger für die Anliegen der Älteren zu sensibilisieren. Als ersten Themenbereich sprach Thalhammer den Alkoholmissbrauch an. Hier zeigte er auf, dass nicht nur Jugendliche ein Alkoholproblem haben, sondern die Gruppe der Erwachsenen jenseits der 50 den größten Anstieg an übermäßigem Alkoholkonsum aufweist. Dies soll jedoch nicht davon ablenken, dass der Anstieg bei den Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren vorhanden ist. Die Politik muss sachlich mit diesem Problem auseinandersetzen und nicht „södern“, so Thalhammer. Zum Thema Nichtraucherschutz wurde angeprangert, dass es nicht gelungen ist, den Inhalt des verabschiedeten Gesetzes richtig zu kommunizieren. Der Abgeordnete stellte klar, dass es lediglich drei Ausnahmen gibt. Diese Ausnahmen sind gekennzeichnete Nebenzimmer, Stehkneipen und Festzelte. Ein großes Manko wird in der Umsetzung des Gesetzes gesehen. Aufgrund des laschen Vollzugs des Gesetzes war ein Volksbegehren voraussehbar. Eines der Hauptthemen war die Affäre rund um die Bayerische Landesbank. Erst die Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung brachten Licht und das tatsächliche Ausmaß der Affäre zu Tage. Es ist fraglich, ob diese unrühmlichen Vorgänge nicht noch jahrelang vertuscht worden wären, wenn die Bürger die FDP nicht in den Landtag gewählt hätten. Es wurden sogar die Verhandlungen kurzfristig unterbrochen, da die FDP-Verhandler selbst das Ausmaß ermitteln wollten. Es gab auch Überlegungen, ob unter diesen Umständen eine Regierungsbeteiligung überhaupt Sinn macht. Man stellte sich dann trotzdem der vom Wähler aufgetragenen Verantwortung. Die Landesbank wurde dann verstaatlicht. Sicherlich keine von der FDP bevorzugte Lösung. Da sich aber keine andere sinnvolle Möglichkeit zeigte, ging die FDP diesen Weg schweren Herzens mit. Die Komplexität des Themas Landesbank fordert für die lückenlose Aufklärung erheblichen Sachverstand und keine Besetzung der Gremien nach Parteibuch. Die Aufarbeitung der BayernLB ist sehr zaghaft, da die jahrelang gestrickten Netzwerke der CSU die Aufklärung erheblich behindern. Das Land Bayern wird in den nächsten Jahren viel sparen müssen, um die Kosten dieses Debakels aufzufangen. Dies soll allerdings nicht für die Bildung gelten, so Thalhammer. Bildung ist der einzige Rohstoff in Bayern. Hier hat die FDP schon erhebliche Erfolge erzielt. So die Lockerung der Übertrittschranke zwischen den Schulsystemen. Ebenso wurde das Kooperationsmodell Mittelschule eingeführt. Einzigartig sicherlich auch die Initiative des Wissenschaftsministers Wolfgang Heubisch. Er gab die Verantwortung für die Berufung von Professoren an die Universitäten ab. Den eigenen „Machtbereich“ der Sache Willen zu reduzieren ist in der Politik nahezu einmalig und fordert Respekt vor der Person Heubisch.
In der Energiepolitik sind verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich. So wurde Dank des Einflusses der bayerischen FDP keine rückwirkende Änderung der Fördermittel für regenerative Energien in Berlin durchgesetzt. Tobias Thalhammer fordert, dass das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) nicht parteipolitisch missbraucht werden darf. Dies ist nicht im Sinne der Bevölkerung und dient auch nicht der Sache. Es müssen keine Ideologien vermittelt werden, sondern Lösungen die von allen Bürgern gemeinsam getragen werden können. Die FDP steht mit ihrer Energiepolitik für Vernunft und Weitsicht. Dafür will ich mich mit ganzer Kraft auch in den nächsten Jahren einsetzen schloss Thalhammer seien Vortrag.